Wieso sollte man den japanischen Koi Karpfen auch Sinkfutter verabreichen ?

19.04.2023 / Nützliche Infos / Kommentare 0

Sinkfutter für japanische Koi Karpfen.

Betrachtet man den Körperbau von Koi, fällt sofort die nach unten gerichtete Maulöffnung auf. Diese besondere Form hat sich im Laufe der Evolution entwickelt und ermöglicht es Koi, optimal nach Futter am Teichboden zu suchen. Dank der empfindlichen Barteln an den Maulseiten können Koi zudem Gerüche und Geschmäcker im trüben oder dunklen Wasser deutlich besser wahrnehmen. Der Körper der Koi ist somit perfekt darauf ausgelegt, sinkendes Futter aufzunehmen – diese Fütterungsweise entspricht am ehesten ihrem natürlichen Verhalten. Es gibt jedoch noch weitere gute Gründe, Koi-Futter am Teichboden anzubieten.

Junge Koi sind oft zu „schüchtern“, um gemeinsam mit größeren oder bereits ausgewachsenen Artgenossen an der Wasseroberfläche zu fressen. Genau wie Menschen hat jeder Koi seinen eigenen Charakter – manche sind von Natur aus vorsichtiger. Besonders bei Jungfischen fällt auf, dass sie an der Oberfläche zögerlicher sind. Das führt zu einer unregelmäßigen Futteraufnahme und einer verlangsamten Wachstumsrate. Ein weiteres Problem: Dieses Verhalten kann sich auf den ganzen Bestand übertragen. Oft sieht man, dass die Koi an die Oberfläche kommen, das schwimmende Futter hastig aufnehmen und dann instinktiv sofort wieder in die Tiefe abtauchen. Die scheuen Koi bekommen dadurch noch weniger Futter. Die Fütterung mit sinkendem Koi-Futter sorgt für eine entspanntere Fresssituation. Für scheue Koi ist diese Art der Fütterung die ideale Lösung: Am Teichboden fühlen sie sich sicherer, können in Ruhe nach Futter suchen und sich satt fressen.

Besonders im Herbst und Winter ist sinkendes Futter die beste Wahl!
In der kalten Jahreszeit schwimmen Koi deutlich weniger aktiv an der Wasseroberfläche als im Sommer. Sie nehmen seltener schwimmendes Futter auf, das zudem oft vom Filtersystem eingesaugt wird, bevor die Koi es fressen können. Scheue Koi leiden dann besonders unter einer unzureichenden Futterversorgung. In der Natur halten sich Koi im Winter bevorzugt in tieferen Teichzonen auf, wo die Wassertemperatur konstant bei etwa 4 °C liegt – der Mindesttemperatur, bei der Koi überleben können. Sinkendes Futter ist daher im Winter optimal, da die Koi in ihrer gewohnten Tiefe stressfrei fressen können. Auch die scheuesten Tiere nehmen so genügend Nahrung auf. Die exakte Mindesttemperatur für die Fütterung ist wissenschaftlich nicht eindeutig festgelegt, liegt jedoch erfahrungsgemäß zwischen 4 und 8 °C.

Ab einer Wassertemperatur von unter 5–6 °C ist das Füttern meist nicht mehr ratsam. Hier spielen sowohl die Dauer der Kälteperiode als auch die Energiereserven der Koi eine wichtige Rolle.

Sinkendes Koi-Futter erleichtert die Gesundheitskontrolle
Koi, die an sinkendes Futter gewöhnt sind, zeigen an der Wasseroberfläche ein ruhigeres Verhalten, wenn sich Menschen nähern. Dadurch lassen sich Haut- und Schuppenqualität deutlich besser beurteilen, da die Fische nicht schräg mit geöffnetem Maul an der Oberfläche hängen, sondern entspannt im Wasser schwimmen. Dies erleichtert die frühzeitige Erkennung von Krankheiten oder Verletzungen.

Sauberer Koi-Teich durch Fütterung am Boden
Sinkendes Futter animiert Koi dazu, den gesamten Teichboden nach Nahrung abzusuchen. Beim Gründeln wirbeln sie Sedimente auf, wodurch Schmutzpartikel – wie Kot oder Pflanzenreste – leichter zum Bodenablauf gelangen und vom Filtersystem entfernt werden. Das reduziert den Reinigungsaufwand erheblich und trägt zu einem gesunden Teichmilieu bei.

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